Wein, Pintxos und Einblicke ins Pilgerleben
Nächstes Ziel war die Region La Rioja. Die Vorfreude war groß, denn ich mag Wein. Sehr.
Da die Strecke doch recht lang war, haben wir auf dem Weg noch bei den Bardenas Reales angehalten, einer Halbwüste mitten in Navarra. Man hätte sie natürlich noch viel ausführlicher erkunden können, aber wir haben uns dazu entschieden, uns einen guten Eindruck vom Mirador (Aussichtspunkt) zu verschaffen und ein bisschen hineinzufahren.
Das Hineinfahren ist allerdings eher aus Versehen passiert. Wir haben das Informationszentrum nicht als solches wahrgenommen und sind ausversehen vorbeigefahren und dachten, dass es ganz am Ende der Straße noch kommen würde. Naja. Da standen wir mitten in der Wüste. War auch nett.


Unser eigentliches Ziel war zunächst Logroño, eine charmante Stadt mit viel Wein. Sehr viel Wein. Und sehr guten Pinchos. Ja, sehr gut.
Kleiner Buchungsfail
Ich hatte eigentlich zwei Betten in einem 8-Bett-Zimmer gebucht und dabei an ein klassisches Hostel gedacht. Schön, dass ich das dachte. In Logroño handelte es sich dabei um eine Pilgerunterkunft. Ein Zimmer. 18 Betten. Einweg-Kissenbezüge und Laken. Keine Bettdecken. Gut, dass ich Handtücher dabei hatte, die ich als Decke nutzen konnte. Für eine Nacht war das aber zum Glück völlig fein. Die Betten waren bequem und man konnte sie sogar mit Vorhängen verdunkeln und war somit ein bisschen für sich. Generell war es auch erstaunlich leise
Für eine Nacht aber zum Glück völlig fein. Die Betten waren bequem, man konnte sie sogar mit einem kleinen Vorhang verdunkeln und war somit ein bisschen für sich. Und generell war es erstaunlich leise.
Parkplatz mäßig war auch nichts direkt an der Unterkunft. Daher haben wir letztendlich im Parkhaus parken müssen.
Calle Laurel
Ein bisschen durch die Stadt geschlendert, ging es abends in die berühmte Pinchos-Straße Calle Laurel. Viel Trubel. Viel los. Eine tolle Atmosphäre. Die meisten hatten ein Gläschen Wein in der Hand und dazu die unterschiedlichsten Pinchos.

Wir haben uns natürlich auch durch die Kulinarik probiert. Durch Zufall haben wir sogar Pinchos gegessen, die wirklich aus der Region stammen. Es gab kein Netz zum Googeln, aber bei einigen hatten wir sie auf den Tellern gesehen. Letztendlich waren es Därme. Erster Gedanke – überrascht. Aber es war lecker.
Einige Bars hatten auch ihre ganz eigenen Spezialitäten, wie zum Beispiel die Bar Ángel mit ihren Champignon-Pinchos. Yummy. Die waren echt gut.



Haro
30 Minuten entfernt befindet sich das kleine Örtchen Haro. Dort hatten wir zum Glück direkt einen Parkplatz vor der Unterkunft. Privates Zimmer. Kaffeemaschine. Alles was das Herz begehrt.
Nach den vielen Eindrücken der vorherigen Tage stand erst einmal ein entspannter Tag an. Wir haben uns ins „Zentrum“ (falls man es so nennen darf, da es soo klein ist) in ein Café gesetzt und dort bei einem Snack, Café und Tinto de Verano eine Weile verweilt.

Auch in Haro gibt es eine kleinere Variante der Calle Laurel. Da hat uns der Hunger natürlich hinverschlagen. Super Pinchos. Es gab sogar Gemüse. Gefühlt ein rares Gut in Verbindung mit Pinchos und Tapas. Tomaten. Champignons. Das hat sehr glücklich gemacht.


Bodega-Tour
Am nächsten Tag stand für mich eine Bodega-Tour an. Das war mir irgendwie wichtig. Aus Interesse. Und, weil Haro mit seinem Bahnhofsviertel eine der höchsten Konzentrationen jahrhundertealter Weingüter der Welt hat, war ein Besuch für mich eigentlich ein Muss.
Ich hatte mich ziemlich spät um die Buchung gekümmert. Zwei Tage vorher. Ups. Dementsprechend war das meiste schon ausgebucht oder generell nur ab zwei Tickets buchbar.
Letztendlich habe ich noch eine englische Tour in der Bodega Bilbaínas bekommen und die kann ich definitiv weiterempfehlen.
Die großen Fässer, die teilweise 30.000 Liter umfassen und früher benutzt wurden, waren beeindruckend. Genauso wie einige der Geschichten und Fakten rund um den Wein und die Bodega.


Es gab sogar einen Hauseigenen „Champagner“, der natürlich nicht Champagner genannt werden darf, weil er nicht aus der Champagne kommt, sondern hier in Rioja hergestellt wird.
Danach gab es noch ein Tasting. 2 Rotweine, ein Champagner. Das war super. Die anderen Teilnehmer waren auch alle sehr interessiert, wodurch am Ende noch eine gute Fragerunde entstand.


Ich habe mich leicht angeschwipst gefühlt. Gehört glaube dazu. Glücklich ging es zurück in den Kern der kleinen Stadt. Abends natürlich wieder Pinchos essen. Beste.
Weinberge zum Abschluss
Bevor es weiter nach Bilbao ging, haben wir noch eine kleine Wanderung durch die Weinberge gemacht. Sehr schöner Anblick, bei Traumwetter.



Ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen, aber für mich war La Rioja definitiv eine der Highlight-Regionen der Reise.
Eine Region, in die ich wiederkommen würde.
Ich muss auch unbedingt noch die anderen Bodegas besuchen und herausfinden, worin sie sich eigentlich genau unterscheiden.
Aber dafür braucht es wohl einen zweiten Besuch.

Arbeit
Arbeiten musste ich auch. Natürlich. Teil der Workation. Es gab in der „Lobby“ der Unterkunft Tische mit Stühle, die genutzt werden konnten. Auch mit Steckdosen in Reichweite, das war natürlich praktisch. Im Zimmer direkt hätte es auch eine Möglichkeit zum sitzen gegeben, aber ich dachte ich lasse H. in Ruhe ausschlafen. Habe wieder morgens die Stunden gearbeitet.


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