Raus aus dem Großstadttrubel, und auch raus aus der Bus- und Taxispur, auf der ich aus Versehen viel zu lange feststeckte, ging es mit dem Auto etwa vier Stunden Richtung Norden nach Espot.
Schon die Fahrt war malerisch. Von trockenen, fast Nevada-artigen Landschaften über kleine Dörfer bis hin zu sattem Grün und Bergen war alles dabei. Espot selbst ist klein, ruhig und genau der richtige Ort, um ein bisschen runterzukommen.


An unseren zwei vollen Tagen ging es jeweils mit dem Jeep-Taxi für 15 Euro pro Person hin und zurück zum Estany de Sant Maurici. Einmal wanderten wir die Ruta del Ratera mit dem Ratera Wasserfall und tollem Blick über den See. Am zweiten Tag ging es in die andere Richtung, welche deutlich steiniger, unebener und mit ein bisschen Klettern verbunden war. Ganz anders, aber mindestens genauso schön.








Praktisch zu wissen: Auch wenn die Jeep-Fahrer sagen, dass die Rückfahrt jede Stunde zur vollen Stunde stattfindet, kommunizieren Sie, wenn genügend Wanderer bereits warten. Ebenfalls gibt es gar kein Netz im Nationalpark.
Die Arbeit habe ich mir für den Nachmittag aufgehoben. Einmal ging es mit Laptop ins Café mit Bergblick, einmal auf die Terrasse vor unserer Unterkunft, zumindest so lange, bis es zu kalt wurde.


Auch kulinarisch waren wir natürlich wieder Unterwegs. Hier haben wir aber schnell festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, an Gemüse zu kommen. Bei einem Menü aus Vor-, Haupt- und Nachspeise gab es kaum komplett vegetarische Optionen und unsere Gemüsebeilage bestand am Ende aus genau einem Spargel. Einem. Kleinen. Dünnen. Dazu drei Kartoffelspalten. Lecker war es trotzdem.
Für zusätzliche Verwirrung sorgte dann auch der Wein. Aus einem bestellten Rotwein wurde plötzlich Rosé, nachdem zwischendurch auch noch von „Vino Negro“ die Rede war. Die gute Frau war selbst irritiert von dem was sie erzählte. Insgesamt also ein sehr interessanter Abend, kulinarisch wie sprachlich.
An einem anderen Abend haben wir einfach selbst gekocht. Mit Gemüse. Dafür mussten wir allerdings feststellen, dass Einkaufen hier ziemlich teuer sein kann. Und auch die Öffnungszeiten des Mercados waren eher … interpretierbar. Sie stimmten jedenfalls nicht wirklich mit dem Schild an der Tür überein. Man lernt also schnell, dass man in Espot nicht nur Wanderschuhe, sondern manchmal auch ein bisschen Flexibilität braucht.


Schreibe einen Kommentar