Eigentlich war der Plan ziemlich simpel: Nach dem Masterabschluss wollte ich noch einmal raus. Raus aus dem gewohnten Umfeld, etwas Neues sehen, neue Orte entdecken und einfach noch einmal ein bisschen Abstand vom Alltag bekommen.

Die Idee war es, eine Rundreise durch Spanien zu machen – ungefähr sechs Wochen, allein unterwegs, von Barcelona durch den Norden Spaniens und am Ende nach Madrid.

Das war zumindest der ursprüngliche Plan. Und wie das immer so mit Plänen ist, sie ändern sich.

Erst kam das Jobangebot und damit die Frage: Was passiert jetzt mit meiner Reise? Aber (!), alles ganz entspannt. Für den Job musste mein Masterabschluss noch nicht vollständig abgeschlossen sein. Und noch besser, mein Arbeitsvertrag ist komplett remote. 40 Stunden, HR, aber eben ohne festen Arbeitsort.

Damit war für mich ziemlich schnell klar, dass ich das trotzdem gut umsetzten kann, dann eben als Workation.

Achso, und die Masterarbeit? Nun ja, den Punkt hatte ich in meiner ursprünglichen Planung etwas optimistischer eingeschätzt, denn diese sollte vor der Reise fertig sein. Ist sie nicht. Aber egal, da die Abgabe erst im Dezember ist, reist sie jetzt gedanklich einfach mit. Ob ich unterwegs tatsächlich viel daran arbeiten werde oder sie am Ende doch hauptsächlich nach meiner Rückkehr fertigstelle, wird sich zeigen.

Vier Wochen halbtags, zwei Wochen Vollzeit

Mit dem Arbeitsvertrag kamen zehn Urlaubstage für dieses restliche Jahr. Diese durfte ich nach Absprache so aufteilen, dass ich nun für 4 Wochen einfach 20h pro Woche arbeite. Solange die Zeit für mich trotzdem noch Erholung und Auszeit bedeutet.

Daher sind die ersten vier Wochen 20 Stunden Arbeit pro Woche und die letzten zwei Wochen dann wieder ganz normal 40 Stunden geplant.

Wie genau meine Arbeitstage dabei aussehen werden, weiß ich selbst noch nicht. Ob ich morgens ein paar Stunden arbeite und danach den restlichen Tag frei habe, meine Arbeitszeit aufteile oder an manchen Tagen länger und an anderen dafür weniger arbeite, wird wahrscheinlich ziemlich tagesabhängig sein.

Vor allem meine Calls werden dabei eine Rolle spielen. An Tagen mit festen Terminen wird sich der Tagesablauf stärker nach der Arbeit richten müssen. An anderen Tagen habe ich dann mehr Freiheit.

Wie gut sich Arbeiten und Reisen tatsächlich miteinander verbinden lassen? Ich werde es herausfinden. Aber ich bin ziemlich zuversichtlich.

WLAN wird plötzlich zum wichtigsten Buchungskriterium

Bei der Planung hat sich dadurch natürlich der Fokus der Buchungskriterien bei den Unterkünften verändert. Denn wenn ich dort arbeiten möchte, brauche ich vor allem zuverlässiges WLAN. Ob dieses dann vor Ort gut genug für Videocalls und einen normalen Arbeitstag ist, weiß ich im Vorfeld nicht.

Generell sind die Unterkünfte sehr vielfältig, Von Hostel, über Pension bis Privatunterkunft ist alles dabei.

Und ganz allein bin ich dann doch nicht unterwegs

Auch mein ursprünglicher Plan, komplett allein durch Spanien zu reisen, hat sich noch einmal geändert. Eine Kommilitonin hat sich angeschlossen und wird die Reise mit mir machen. Der kleine Unterschied – für sie ist es wirklich Urlaub. Als das feststand, wurde die Reise durch den Norden nochmal angepasst. Nun geht es nicht mehr nur durch den Norden, sondern mein ursprünglicher Galizien-Teil wurde durch den Süden Spaniens ersetzt, wobei wir nur bis Madrid vorgebucht haben. Auch den Rückflug gibt es noch nicht.

Während ich also morgens, abends, mittags, wann auch immer meinen Laptop aufklappe oder zwischendurch in einem Call sitze, kann sie überlegen, was sie an dem Tag entdecken möchte.

Auch darauf bin ich gespannt. Funktioniert es gut, wenn eine Person arbeitet und die andere Urlaub macht? Kommen wir mit unseren unterschiedlichen Tagesabläufen klar bzw. sind die eigentlich sooo unterschiedlich? Verstehen wir uns auch nach mehreren Wochen noch genauso gut?

Wir bleiben gespannt.

Und jetzt geht’s los

Ich habe keine Ahnung, ob dieses Workation-Konzept am Ende genauso funktioniert, wie ich es mir gerade vorstelle. Vielleicht sitze ich hochmotiviert morgens mit meinem Laptop in irgendeinem Apartment in Spanien. Vielleicht fluche ich über schlechtes WLAN. Vielleicht finde ich schnell meinen perfekten Arbeitsrhythmus. Vielleicht ändert der sich aber auch jeden Tag aufs Neue. Oder dass Arbeiten und Rundreisen doch schwieriger miteinander zu verbinden sind als gedacht.

Planned a trip. Got a job offer. Combined both.

Mal sehen, was daraus wird.


Ein Kommentar zu „Eigentlich wollte ich nur Reisen, jetzt arbeite ich von unterwegs!“

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